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ADS Diagnose – ADS vererblich

ADS Diagnose – ADS vererblich

9Meine Nichte ..wurde jetzt auf ADS untersucht. Sie ist eher die hypoaktive – träumt ständig vor sich hin und weint, weil sie selbst spürt, dass bei ihr irgendetwas anders ist als bei anderen Kindern. Ihre Vergesslichkeit hat sie so beschrieben: Ihre Gedanken laufen im Gehirn auf einer kurzen Schiene lang. Wenn sie zuviele Gedanken hat, also zuviel aufnehmen muss, dann plumpst das Alte einfach hinten von der Schiene runter und sie weiß es einfach nicht mehr… Eine sehr gute Beschreibung wie ich finde. Nun sagt doch die Kinderpsychologin bei meiner Nichte, dass sie wohl kein ADS habe, aber alle Anzeichen dafür da sind ? Wie soll ich denn das verstehen?

Hallo Viti,
wie alt ist denn deine Nichte?
Die Beschreibung von ihr finde ich toll und sehr treffend.
Mir wurde gesagt, daß der „Träumer“ im allgemeinen schwieriger zu diagnostizieren sei. Falls da Unsicherheiten bestehen, würde ich eine zweite Meinung einholen. War die Testung mit der Hoffnung auf medikamentöse Hilfe verbunden? Wenn nicht, dann kann man ja wichtige strukturelle und erzieherische Hilfen anwenden – egal, ob Ads oder nicht – schadet bestimmt keinem Kind :-))
Gruß
Lilalu

Meine Nichte ist 9,5 Jahre alt.
Ich glaube nicht, dass meine Schwester es auf Medikamente für sie abgesehen hat, sondern eher, um eine Erklärung für so manches Verhalten von ihr zu verstehen.

Da meine Nichte auch alles vergisst, hat meine Schwester jetzt eine riesige Pinnwand angehangen, wo alle Familienmitglieder ihre Zettel anhängen können, damit sie nichts vergessehn. So steht sie nicht so alleine da mit ihrer Zettelwirtschaft 🙂 Übrigens glauben wir, dass unsere Mutter hypoaktiv war und meine Schwester auch….

Hallo Viti! So eine familiäre Häufung ist recht typisch bei ADS.Unser Großer ist ein Träumerle und bei meinem Mann steht der Verdacht auch( zur Zeit in der Testphase). Sicher schadet es nicht die Organisation des Alltags, Erziehungsfragen usw. umzustellen.Leider wird das,wenn es sich wirklich um ein Träumerle handelt, nicht viel nützen.Wir haben da Erfahrung.Bitte versucht eine zweite Arztmeinung einzuholen.Wenn sich Deine Nichte so zu ihrem Problem äußert, denke ich das Ihr Hilfe braucht. Das müssen ja im Endeffekt nachher auch nicht zwangsläufig Medikamente sein(nur für die Leser, die strikt etwas gegen Medis einzuwenden haben!),aber auch andre Therapieformen werden Euch nicht ohne Diagnostik hinterhergetragen.Die Kinder leiden unter ihren Problemen.Macht Euch, wenn es geht Lehrer zu Verbündeten(ich weiß das ist schwer). Wenn Ihr Fragen habt, hier im Forum hört Euch bestimmt jémand zu.Bitte nicht aufgeben!!!Unser Kinderpsychologe hat ganz am Anfang gesagt:Wenn die Eltern ein Problem mit der Lage haben,ist das die eine Sache. Wenn aber das Kind selbst damit ein Problem hat, dann wirds Zeit, das etwas getan wird! Und, bei uns jedenfalls,lag er damit genau richtig.
Gruß Steffi
Meine Psychiaterin hat gleich abgewunken, als ich ADHS bei mir ansprach 🙁 Sie meint auch, dass es eine Modeerscheinung ist. Ich werde meiner Schwester mal ausrichten, dass sie sich eine zweite Meinung einholen soll. Meine Nichte leidet wirklich darunter. Sie weint manchmal und sagt dann immer, sie möchte auch so sein wie die anderen Kinder… Mein Sohn hatte auch so eine Phase, wo er geweint hat. Eine Zeit lang sprach er sogar davon, dass er nicht mehr Leben wollte (und das im Alter von 6 Jahren!!) Er ist manchmal noch etwas depressiv, aber seit er sich immer mehr abnabelt und selbständiger wird, ist auch das besser geworden.

Dass meine Geschwister zum Teil hypoaktiv ist, ist also vererblich? Wir haben uns immer nur für besonders schüchtern und weltfremd gehalten….

Hallo Viti! Das Deine Ärztin so reagiert ist sehr schade, wenn auch leider oft so.Eine Modeerscheinung ist ADS/ADHS ganz sicher nicht. Es ist wohl eher eine folge unserer gesellschaftlichen Entwicklung. So lange ist es ja noch nicht her, das schlechte Schulleistungen und langsames Arbeitstempo halt einfach hingenommen wurden.“Für mehr reichts halt nicht“ hat man gesagt und sich keine Gedanken weiter gemacht. Wie auch, man wußte ja auch nichts drüber. Mein Mann hat ähnliche Problem gehabt wie unser Großer jetzt, dazu noch eine Lese-Rechtschreib-Schwäche. Natürlich haben seine Eltern mit ihm geübt, aber was genau dahinter steckt wußte man damals nicht und hatte auch nicht die Möglichkeit sich an Fachleute zu wenden.Beim heute üblichen Zeit-und Leistungsdruck in unserem Schulsystem fallen ADS/ADHS-ler nunmal auf und ohne professinelle Hilfe leider oftmals auch auf die Nase.Wenn Du oder Deine Familie Euch auf diesem Gebiet gerne weiter informieren möchtet, kann ich Dir das Buch „ADS-Unkonzentriert,verträumt,zu langsam und viele Fehler im Diktat“ von Helga Simchen empfehlen. Allerdings ersetzt es natürlich keine Arztdiagnose! Dazu sind doch recht umfangreiche Tests notwendig und ein Kinderpsychologe der auch was davon versteht. Was die Diagnostik bei Erwachsenen angeht, ist es noch schlimmer. Da findet man kaum Ärzte, die sich damit befassen. Ein Erwachsener hat meist damit auch nicht mehr ganz so viele Probleme, weil er im laufe der Zeit Methoden und Wege gefunden hat, seine Defizite auszugleichen, sich Hilfsmittel geschaffen hat oder manche Situationen gelernt hat zu umgehen. Aber auch auf diesem Gebiet wird es in Zukunft mehr Wissen und Hilfe geben. Sucht Euch einen Fachärzt und laßt das Mädel nochmal testen. Natürlich kann die Diagnose dann auch heißen:kein ADS. Die nächste Frage an den Arzt wäre dann halt: Was können wir tun, um den aktuellen Mißstand zu ändern? Denn egal, ob ADS oder nicht, es muß ja was passieren. Und was einen 6-Jährigen mit Selbstmordgedanken angeht, da würde ich mir als Mutter ganz ehrlich ziemliche Sorgen machen, sowas hat doch Gründe.Da gibt es doch Stellen, wo man sich als Eltern Rat holen kann.
Also, werdet mal aktiv! Gruß Steffi

 

Hallo Viti,
find ich super das du dich so um deine Nichte bemühst, bei dem was du selbst an der Backe hast! Kenne eine Erwachsene Träumerin, die erzählt es wird häufiger als bei uns Hyperaktiven fehldiagnostiziert. Die Ads-Form wird genauso vererbt.Hypos haben leider noch mehr Motivationsprobleme wie Hypers, daher auch öfters Depressionen.Viel Erfolg weiterhin, mit deiner Hilfe schafft es deine Nichte und Schwester sicher voranzukommen.
Liebe Grüße
border2beyond

Zumindest ist meine Schwester dadurch die Einzige in der Familie, mit der ich mich mal über das Thema austauschen kann. Wir geben uns gegenseitig Ratschläge und stärken uns ein wenig dadurch. Ich habe ihr übrigens das mit dem Wochenplan vorgeschlagen 😉

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