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ADS und beginnende Pubertät

ADS und beginnende Pubertät

6Hallo, hat jemand von euch Erfahrung mit einem ADS-Träumer, der in die Pubertät kommt? Er ist völlig durch den Wind. Am liebsten würde er den ganzen Tag im Bett liegen bleiben. Schule ist eh total doof und überhaupt sollten ihn am besten alle in Ruhe lassen. Was macht man da?

Hallo Jutta,
habe selbst einen Sohn zu hause, der seit ein paar Monaten meint, die Schule beginne zu früh, dem oft der Antrieb fehlt, der am liebsten bis mittag schlafen würde und dann gut essen und vor den PC oder den Fernseher. Er hat seit Januar im Schnitt 2 Tage in der Woche in der Schule gefehlt, weil er abends dann nicht mehr einschlafen konnte, morgens, wenn ich ihn zur Schule weckte Kopfschmerzen hatte (waren dann nach 3 Stunden weiterschlafen weg und er topfit)und der sich mit mir auch verstärkt wegen jeder Kleinigkeit anlegt. Bin ich dann konmsequent und lasse ihn nicht gewähren, weiß ich, dass er am nächsten Tag „krank“ ist.
Wir haben es zwischendurch mit Bachblüten probiert.
Das hat eine zeitlang geholfen. Zudem hat uns der Hausarzt zum Psychologen geschickt – da hatte ich jetzt eine Sitzung und er ist in 2 Wochen dran. Mal sehn, ob das etwas bringt. Ich war auch beim Homöopathen. Die Globuli nahm er nach Ostern und ich hatte den Eindruck sie helfen. Trotzdem: seit dieser Woche geht er wieder problemlos in die Schule – ich glaube, nur er weiss warum :-))
Mir war wichtig ihn einerseits immer ernst zu nehmen, andererseits aber in meinem Verhalten konsequent zu bleiben. Die Pubertät ist eh eine schwierige Zeit und die Kids können sich selbst nicht leiden. Als Eltern muss man da mit ihnen durch und versuchen viel Geduld zu beweisen. Und: die Kids müssen erfahren, dass ihr Verhalten auch logische Konsequenzen hat, welche wir Mütter nicht immer verhindern können.
Hat dein Sohn Lust, mit dir etwas zu unternehmen? Vielleicht kann man ihn mit einer gemeinsamen Aktion motivieren. Gruß und viel Kraft,
Lilalu

Hallo Lilalu,

schön mal wieder was von dir zu hören.

Ich weiß, dass die Pubertät eine schwierige Zeit ist, aber ich mache mir halt Sorgen, weil er einen totalen Durchhänger hat und wenn er nicht aufpasse schafft er die Klasse nicht.

Gemeinsame Unternehmungen sind ein guter Ansatz. Wir versuchen es auch immer wieder, aber immer klappt es halt nicht und in der Woche schon gar nicht, weil da jeder seinen Tag total verplant hat. Durch den langen Schulweg hat er halt auch nicht viel Freizeit.

ICh habe jetzt mit ihm einen Plan ausgearbeitet, was er jeden Tag für die Schule zu tun hat. Da stehen die ganz einfachen Sachen drauf, wie Arbeiten vorlegen, Termine einschreiben usw. So zum abhaken, denn anders verliert er total den Überblick. Wir haben das diese Woche begonnen und bisher klappt es ganz gut.
Ich hoffe, dass er mit der zeit den Plan nicht mehr braucht und seine Aufgaben automatisiert.
Ansonsten haben wir ihm den Sonntag zu seiner freien Verfügung gelassen und wenn er einen ganzen Tag im Bett gammeln möchte soll er das tun. Ob das richtig ist weiß ich nicht, aber ich denke er braucht es jetzt einfach mal so.

Hallo Jutta,
das mit dem Plan und dem Gammeltag finde ich eine prima Idee.
Mein Sohnemann mag Pläne auch, ist aber oft zuerst hochmotiviert und dann lässt die Energie zum Durchhalten gigantisch schnell nach.Ich hab bei der Sache immer das Problem, dass ich mir als Mutter im Bezug auf Schule ziemlich Druck mache, denn ich weiß, wie wichtig ein guter Schulabschluss ist und dass er regelmäßig gehen sollte. Mein Sohn ist auf der Hauptschule und möchte eigentlich gerne zur Realschule wechseln. Das wird von seiner Schule nicht unbedingt unterstützt, da er vom Sozialverhalten ein sehr angenehmer Schüler ist. Und solche Schüler wollen sie halten. Daher signalisiert ihm die Schule auch immer wieder, daß er ruhig zu hause bleiben soll, wenn es ihm nicht gut geht. Tolles Verständnis 🙁
Aber ich hoffe auf seine mometanes Hoch und stelle mich der Pubertät mit allen Kräften :-)))
Viele Grüße
Lilalu
Hallo Lilalu,
ja ist schon richtig mit den Plänen, aber bisher hab ich gute Erfahrungen damit geamcht und hoffe, dass es auch dieses mal klappt.

Mit geht es genau so, Ich versuche ihm eigentlich keinen Druck zu machen, aber da er sich in der Klasse sehr wohl fühlt, muss ich ihm halt immer mal wieder vor Augen halten, dass er da raus muss, wenn er die Klasse nicht schafft. Ich weiß zwar nicht, ob das richtig ist, aber ich denke ich muss ihm einfach auch die Konsequenzen aufzeigen.

Die Unterstützung der Schule habe ich schon lange aufgegeben. Ich habe auch erst vor kurzem seine Klassenlehrerin darüber informiert, dass er Medis nimmt. Hast du mit der Schule geredet? Felix hat ja auch Migräne und da das eine Sache ist, die man ja sehr gut vorschieben kann, wenn einem etwas nicht passt, habe ich mit der Schule vereinbart, dass sie ihn nur nach Hause schicken( bzw. mich anrufen, dass er abgeholt wird) wenn es ihm wirklich schlecht geht. Man sieht ihm das an und da die Migräne immer von Schwindel und Erbrechen begleitet ist, kann man eigentlich genacu abschötzen, ob er nur keine LUst hat, oder ob es ihm wirklich schlecht geht. Hört sich vielleicht jetzt hart an, aber nachdem die halbe Klasse auf einmal Migräne hatte, war das notwendig. Wenn Dein Sohn die zensuren für die Realschule hat und du der Meinung bist, dass das die richtige Schulform für ihn ist, kannst du das dann nicht entscheiden? Ich weiß, dass das nicht immer so einfach ist, aber wenn er selbst es möchte und du denkst dass er es schafft, dann würde ich darum kämpfen.
Tja und die Pubertät, ist eine Sache, die ja nun absolut nichts mit ADS zu tun hat, aber da Pubertierende ja sowieso null Bock auf Nichts haben, ist es bei den ADS-Träumern ja noch mehr der Fall.
Aber wir werden das Kind schon schaukeln.
Danke, dass ich mich mal bei dir ausheulen durfte.
LG Jutta

Ich melde mich auch mal wieder.
Felix hat in den letzten Schulwochen doch noch die Kurve bekommen und wurde versetzt (Durchschnitt 3,0). Nicht der Brüller aber er hat es geschafft. Und das obwohl er seit ca Juni die Einnahme der Medis komplett verweigert hat. Er fühle sich damit nicht gut usw. Ich habge ihn dann gelassen und gehofft, dass er selbst weiß ob es ohne geht oder nicht.

Zu Beginn der Ferien hatten wir wieder aml einen Termin bei der Ärztin und als ich ihr die ganzen Probleme so geschildert habe, meinte sie er solle aber unbedingt weiter Medis nehmen, da er sonst vielleicht total abrutscht und „den Hintern nicht mehr hochbekommt“. Da er ja mit den Concerta nicht zurecht kam, hat sie nun doch Strattera verschrieben. Vor einiger Zeit sagte sie, das wäre mehr für die Hypies und jetzt verschreibt sie es ihm doch. Das Medikament baut ja erst nach und nach eine Wirkung auf. Ich muss sagen, er nimmt sie nun seit 5 Wochen und ist sehr ausgeglichen, ABER es waren ja auch Ferien. Morgen geht die Schule wieder los und ich merke schon, wie er sich zurück zieht. Nur die Frage, ob er schon sein Schreibzeug eingepackt hat, lässt ihn „bockig“ werden. Also alle Ampeln auf rot, wenn das Thema irgendetwas mit Schule zu tun hat. Mir graut richtig vor dem neuen Schuljahr.
So, danke, dass ich mcih mal wieder ausheulen durfte

Hallo Jutta,
ich drücke für den Schulbeginn alle Daumen und hoffe, daß die erste Schulwoche für Felix( und dann natürlich für dich) positiv verläuft.
Viele Grüße
Lilalu

Hallo Jutta,

auch ich habe einen Sohn in der Pupertät. Er hat kein ads aber beim Thema Schule darf ich auch nicht mitreden, in dieser Zeit spielen die Homone bei allen verrückt. Kopf hoch es wird wieder, viel Erfolg und gute Nerven weiterhin.Liebe Grüße border2beyond
Ich danke euch Beiden für eure aufmunternden Worte.
Gestern war der erste Schultag und es sieht gar nicht so schlecht aus. Den einen Lehrer mit dem er nicht klargekommen ist, hat er nicht mehr und nach Rücksprache mit der Klassenlehrerin, versucht sie, dass er in Latein (da ist die Klasse geteilt in 2 Gruppen) nicht mehr zu dem alten Lehrer muss.
Versteht mich nicht falsch. Ich möchte hier nicht die Schuld auf die Lehrer schieben, aber Mathe und Latein sind die beiden Fächer in denen er nicht so gut mitkommt und ausgerechnet die wurden von Männern unterrichtet. Da er aber sehr sendibel ist, kam er mit den Unterrichtsmehtoden der Beiden einfach nicht klar (da werfen die Lehrer Schwämme, übergießen die Kinder mit Wasser, da gibt es auch schon mal eine hinter die Ohren im Vorbeigehen usw.).
Also hoffen wir dass es klappt und ich denke somit stehen uns nur noch die „normalen“ Probleme eines Schulaltages mit einem ADS-Kind in der Pub. bevor *grins*

Hallo Jutta, freut mich für euch, dass sich wenigstens die „äußeren“ Rahmenbedingungen etwas verbessert haben. Aber sag mal wo lebt ihr denn, daß sich Lehrer nur mit Gewalt zur Wehr setzen können?
Hast Du die Ads-Diagnose in der Schule bekannt gegeben und bringt das bei den Lehrern kein Verständnis?

Grüße boder2beyond
Wir wohnen in Sachsen und der Lehrer kommt aus Bayern. Ich habe der klassenlehrerin von dem ADS erzählt und sie wollte mit den Fachlehrern reden. Aus persönlichen Gesprächen mit dem Lateinlehrer (davon gab es letztes Schuljahr reichlich) kann ich dazu nur sagen, dass er unfähig ist Schüler zu unterrichten.
Leider hat es nicht geklappt, dass Felix zu der anderen Lateinlehrerin gekommen ist, also werde ich noch einen Antrag stellen, dass er in die andere Gruppe wechseln kann. Dann werde ich halt den offiziellen Weg gehen, wenn es so nicht geht. Ich denke je mehr Eltern sich zur Wehr setzen um so besser.
Hallo Jutta,

das ist ja schade mit dem Lateinlehrer, aber ich wünsche Dir jetzt schon mal viel Erfolg für den Wechselantrag!

Schon schlimm daß ads-Schwierigkeiten zwar bekannt jedoch immer noch als „absichtliche Verhalten“ eingestuft wird.

Liebe Grüße
border2beyond

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