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Können sich ADS-ADHS Retardmedikamente abschwächen

Können sich ADS-ADHS Retardmedikamente abschwächen?

Unsere kleine ADS-Geschichte.

742252_web_R_by_Christian Daum_pixelio.deMein Großer (inzwischen 10)war schon immer ein kleiner Träumer. Der Lehrer in der ersten, zweiten Klasse sagte, das er nie stört, dafür gerne in die Wolken guckt, irgendwelche Sachen malt, vor sich hinträumt und in der Regel immer irgendetwas in den Händen hat, um damit rumzuspielen. Radiegummi, Stifte, Lineal…. Nur mit konzentriert dem Unterricht folgen war das immer so eine Sache. Aber nach Aussage des Lehrers dabei überhaupt nicht dumm – sonst würde er bei der ganzen Träumerei ja nicht mehr mitkommen.

Foto: Christian Daum / pixelio.de

Bis in die dritte Klasse rein haben wir immer noch gedacht, naja, ist halt sein Naturell, das wird schon noch.
Hat sich aber nicht gegeben. Im Laufe des 3. Schuljahres hatten wir dann einige Gespräche mit der neuen Lehrerein, bei denen wir erst feinmotorische etc. vermutet hatten. Zum Anfang des 4. Schuljahres wurde dann die ADS festgestellt – keine feinmotorischen Probleme. Anfangs mit 18mg Concerta Retard behandelt, was kaum Erfolg hatte. Dann auf 36mg Retard umgestellt. Da haben wir einen gewaltigen Sprung nach vorne festgestellt. Seine „Sauklaue“ wurde plötzlich zu einer geordneten, leserlichen Schrift( bei weitem keine Schönschrift, aber immerhin). Die Lehrerin stellte fest, das er „bei ihr“ war, und nicht in irgendwelchen Tagträumen unterwegs. Die Hausaufgaben waren kein täglicher Kampf mehr, in dem er oft resignierte und teilweise auch anfing zu weinen, weil ihm alles zuviel wurde. Ich mußte nicht mehr zigmal auffordern die Hausaufgaben zu Ende zu machen geschweige denn, sie überhaupt erst anzufangen. Mit eigenem Elan seinerseits klappte es fast auf einmal ohne diese Verzweiflung in ihm. Und in Mathe schaffte er es, sich um eine Note im Zeugnis auf 3 zu verbessern. Alle anderen Fächer sind okay und er hat auch eine Realschulempfehlung geschafft. Laut seiner eigenen Aussage würde er gerne aufs Gymnasium – weil man da mehr und länger lernt! Oder zumindest Realschule. So seine Meinung.

Jetzt aber unser Problem. Seit einigen Wochen scheint das Concerta in der Wirkung nachzulassen. Gibt es so etwas???
Es ist zwar noch besser als ursprünglich ohne Medikamente, aber nicht gerade toll. Die Lehrerin muß ihn wieder ständig ermahnen aufzupassen. Außerdem liegt er im Arbeitstempo wieder ziemlich hinter der Klasse, bringt Aufgaben oft nicht zu Ende, von Zusatzaufgaben ganz zu schweigen. Die Hausaufgaben sind auch wieder mit einiger Aufforderungsarbeit verbunden. Und die „Sauklaue“ hat sich auch wieder eingeschlichen.
Laut Rücksprache mit dem Arzt haben wir auf 40mg Medikenet Retard umgestellt, wegen der besseren Ausschüttung während der Schulzeit. Leider ohne große Änderung.
Nochmals Rücksprache mit dem Arzt. Er sagte mir, man könnte bei einem ADS-Kind nie von einem Idealzustand ausgehen ( tu ich ja auch nicht, aber wenn er im Arbeitstempo so hinterherhängt?). Ich sagte ihm, dass die Kinder ab der 5.Klasse doch zunehmend selbstständig arbeiten müssten. Er meinte, von dem Gedanken könnte ich mich ziemlich verabschieden – das würde bei ADS erst sehr spät umgesetzt werden. Dazu muß ich sagen, das mein Sohn ganz alleine ein Plakat über Nordrhein-Westfalen angefertigt (Note1) und vor der Klasse präsentiert hat (Note2+). Geht also doch?!
Letztendlich empfahl mir der Arzt, ein sozial-pädiatrisches Institut aufzusuchen(z.B.Meppen oder Oldenburg wären auf ADS spezialisiert), um meinen Sohn dort nochmal komplett durchchecken zu lassen.
Frage: habt ihr auch diese Probleme mit der Einstellung der Medikamente gehabt? Kann die Wirkung tatsächlich nachlassen? Es hat doch anfangs so gut geklappt. Er konnte sich endlich mit Lernstoff auseinandersetzen ohne ständig in diese eigene Sackgasse zu tappen. Wißt ihr Rat? Muß ich mit meinem Sohn tatsächlich in dieses Klinikum und ihn auf den Kopf stellen lassen? Oder haben wir in Richtung der Medikamente irgendetwas nicht beachtet? Ich wäre um jeden Rat dankbar!!!!!!
Gruß an alle, Britta

Hallo,

das war bei uns auch so. Als meiner (auch ein Träumer) mit Medis angefangen hat gab es einen gewaltigen Sprung nach vorn. Seine Schrift ist leserlich ohne sich dafür abzumühen, er weiß was um Unterricht gemacht wurde und er war auch geistig anwesend und hat aufgepaßt. Nach 4 Mon. war das wieder vorbei. Es fing langsam an indem er anfing wieder zu träumen, Theater bei den Hausaufgaben etc. Nach Rücksprache mit dem Arzt haben wir die Dosis erhöht, jetzt läuft es wieder.

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