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Therapie mit Concerta Erfahrungen

Therapie mit Concerta-hat jemand Erfahrung?

 

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Unser Großer soll nun wohl doch auf Medis eingestellt werden(Concerta).Ich stehe generell nicht ablehnend dazu, würde mich aber freuen, wenn irgendjemand ein paar Erfahrungen dabei hat. Mit welchen Nebenwirkungen muß ich rechnen? Kann man in den Ferien auf das Medikament verzichten? Habt ihr die Lehrer in Kenntnis gesetzt? Ich habe eher den Eindruck, das die Lehrerin sehr ablehnend auf Medis reagiert.Zeigt sich eine Wirkung in kurzer Zeit oder solten wir da schon mit längerer Dauer rechnen. So rein vom Bauchgefühl würde ich sagen, wir probieren bis zu den Sommerferien, ob es was nützt. Wenn nicht, würde ich es dann lieber lassen. Es soll ja wohl grade unter den Hypos auch Kinder geben, wo die Medis nichts bringen. Aber was dann? Mag ich gar nicht dran denken. In letzter Zeit haben wir mit Tim öfter das Problem, das er irgendwas blödes anstellt (Sachen zerschneidet, mit Kleber im Zimmer rumschmiert, die Seifenflasche ausleert). Sachen, die er als kleiner Kerl nie angestellt hat, kommen jetzt mit knapp 8 Jahren. Ich habe manchmal schon Angst ihn kurz allein zu lassen bzw. mich für eine Zeit lang in einem andren Zimmer aufzuhalten. Zur Rede gestellt,lügt er manchmal erst mal, er wars nicht. Dann weint er (keine Show, der Kerl ist dann echt unglücklich) und sagt, er weiß nicht warum. Kennt ihr solche Vorkommnisse auch? Da er auch selten erzählt was in der Schule los war, weiß ich meist nicht, ob er damit irgendwelchen Frust loswerden will oder was sonst der Grund sein könnte(es muß ja auch nicht alles mit dem ADS zu tun haben). Wenn ihr Erfahrungen mit Medis (speziell Concerta)bei Hypos habt, helft mir bitte weiter. Danke! Steffi

Hallo Steffi,
Felix nimmt seit Dezember Concerta. Er kommt super damit klar. Vorher hat er Medikinet genommen und auch das war von der Wirkungsweise gut, aber er hat immer vergessen in der Schule nachzunhemen. Jetzt mal zu deinen Fragen: Felix hat wenig Appetit so lange die Tablette wirkt. Und schläft abends später ein als vorher (21 Uhr). In den großen Ferien nimmt er keine, schon alleine weil mir das Geschreibe fürs Ausland zu viel ist. Unsere Lehrer wissen nichts davon, dass er was nimmt, da ich nicht wollte, dass sie ihn von vornherein abstempeln. Da muss man vielleicht auf sein Gefühl hören.
Die Wirkung zeigt sich eigentlich in sehr kurzer Zeit, da sich der Wirkstoff ja nicht über einen längeren Zeitraum aufbaut. Deshalb ja auch die Rebounds, wenn die Wirkung nachlässt.
Liebe Grüße Jutta

Hallo Jutta! Schön das Dein Sohn mit dem Medi so gut klarkommt. Das gibt mir doch Hoffnung. Auf jeden fall werde ich die Lehrer davon erst mal nicht in Kenntnis setzen.Seine Mathelehrerin, die sonst ganz super mit Tim umgehen kann ( sie hat zu Hause auch ein Kind mit Problemen beim Arbeitstempo), steht sehr ablehnend gegen Medis. Dafür schwört sie umsomehr auf Homöopathie. Für solche Experimente fehlt uns leider das nötige Kleingeld und langsam auch Zeit und Nerven. Wir müssen nun noch die Ergebnisse von EEG und EKG abwarten, dann werden wir es mit den Medis versuchen. Welche Erfahrungen hast Du gemacht, was die Wirkungsdauer angeht? Schafft Felix mit seiner morgendlichen Dosis auch die Hausaufgaben oder muß er dafür noch mal was nehmen? In der Freizeit/ Ferienzeit möchte ich das Medikament eigentlich nicht geben, da kommen wir schon zurecht. Mir geht es nur um die Schule, er fährt da momentan voll unter seinem Können. Gerne würde er auch mal ein bißchen was beitragen, aber meist ist er bloß damit beschäftigt das zu schaffen, was die anderen schon längst ferig haben. Die Ergotherapeutin meint auch, das der IQ-Test mit 98 längst nicht das wahr Bild gewesen sein kann. Macht Ihr außer den Medis noch irgendwelche Therapien mit Felix? Tim bekommt Ergo( wegen der Motorik), macht dort jetzt aber ein Konzentrationstraining.

Gruß Steffi

Hallo Steffi,
die wirkungsdauer ist bei Felix sehr gut. Er nimmt früh um 7 uhr die Concerta wenn er zur Schule geht und so gegen 17 Uhr lässt die Wirkung nach. Er kommt also super über die Zeit, wo er sie braucht.
Wir setzen die medis nur in den großen Sommerferien ab. Nicht weil er sie in der Freizeit unbedingt bracuht, oder wir sonst nicht klarkommen, sondern einfach wegen dem Gewohnheitsfaktor. Wir laufen sonst nämlich nach den Ferien wieder wochenlang mit den Medis hinter ihm her.
Felix war über 2 Jahre in Ergotherapie. Als er letztes JAhr an das Gymi in die andere Stadt gewechselt hat, haben wir die Therapie eingestellt, da er es zeitlich einfach nicht mehr schafft. Auch bei ihm stand die Feinmotorik im Vordergrund, was er aber super aufgeholt hat.
Was mich ein bisschen an eurem Arzt stört (nicht falsch versthen bitte) ist, dass er gleich mit einem Langzeitmedikament anfangen will. Eigentlich gibt man erst die kürzer wirkenden Medikamente um den genauen Bedarf zu ermitteln. Die Retard Produkte sind ja doch nicht ganz so individuell zu dosieren.
Aber ansonsten sind die Retard Medis natürlich eine super Alternative, weil eifach keine vergessen wird.
Liebe Grüße
Jutta
www.mutterkindkur.cabanova.de
Hallo Jutta! Danke für Deine Tipps. Das mit dem Langzeitmedi von Anfang an werde ich beim Doc noch mal ansprechen, welche Gründe er dafür hat. Andererseits ist mir die Langzeitwirkung auch recht. In der Schule nachnehmen, das wird Tim nicht alleine schaffen. Oder die Lehrer oder andere Kinder kriegen was spitz. Das möchte ich zumindest erst mal vermeiden. In den Ferien würde ich dann aber auch ganz drauf verzichten.Wenn er keine Schule hat, denk ich kommen wir auch ohne aus. Ergo bekommt Tim schon seit 4 Jahren. Am Anfang wegen der Grobmotorik, dann seit der Vorschulzeit haupsächlich wegen Feinmotorik und jetzt macht er eine Konzentrationstherapie. Das ist oft für ihn recht anstregend und die Ergebnisse sehr unterschiedlich. Manchmal schafft er es fast eine halbe Stunde recht gut mitzukommen. Dafür ist der Tag dann immer recht stressig:Erst 5 Stunden Unterricht, dann 1 Sunde Förderunterricht in der Schule(obligatorisch für alle Kinder), dann schnell was essen und zur Ergo und hinterher soll er noch Hausis machen.Manchmal geht das dann einfach nicht mehr. Zum Glück sind die Lehrer da tolerant,aber er muß die Aufgaben dann am nächsten Tag nachholen, was nicht weniger Stressig wird. Wenn das mit den Medis funktioniert, wird es wahrscheinlich für alle ein bißchen leichter und die Lehrer hören auch im Unterricht mal, was Tim eigentlich alles weiß. Er saugt wissenschaftlich/ technische Sache geradezu wie ein Staubsauger ein. Lieblingssendungen:“Die Maus“, „Wissen macht AH“, „Welt der Wunder“.Lieblingsspielzeug:Lego-Technik-aber bitte die großen Bausätze für 9-10 Jährige. Zu Weihnachten gabs ein Pneumatikfahrzeug, da mußte ich ihn regelrecht zum Essen und Schlafen zwingen, von mangelnder Konzentration und langsamen Arbeitstempo keine Spur.
Ich staune immer, wie viele ADS-ler trotz aller Probleme aufs Gymnasium gehen.Bei dem Theater im moment in der Grundschule mag ich da garnicht dran denken. Aber es kann sich ja noch so vieles ändern.
Also viele Grüße
Steffi

Hallo Steffi,
tja ASDler und Gymi sind so eine Sache. Als wir Felix am Gymi angemeldet haben wussten wir noch nicht, dass er ADS hat. Ich hab es zwar vermutet, aber bei einem Test in der 3. Klasse hat er auf Grund seiner hohen Intelligenz leicht die Konzentrationsmängel durch wissen ausgleichen können.
Damals hieß es er hätte kein ADS sondern wäre unterfordert. Wir sollten in ins Gymi schicken und dann wird alles von alleine gut. Du weißt ja bestimmt selbst wie das ist. Man klammert sich an solche Aussagen, acuh wenn man eigentlich selsbt anderer Meinung ist. Also Felix ging aufs Gymi und das Chaos nahm seinen Lauf. ein Kind das mit einem Notendurchschnitt von 1,8 auf Gymi gewechselt ist brachte nur noch 5en und 6en nach Hause. Der Schreck war auf beiden Seiten groß. Also haben wir ihn noch mal testen lassen und siehe da, doch ADS. Also haben wir dann mit den Medis angefangen und mittlerweile (nach einem Schulwechsel im Sommer – das alte Gymi wurde geschlossen) hat er auf diesem Zeugnis einen Notendurchschnitt von 2,8. Klar hat er seine Probleme, aber wenn ein ADS-Kind mit einer hohen Intelligenz am einer Mittelschule landet, wird gar nichts mehr. Dann leangweilen sie sich und bekomen, dann die wenigen für sie interessanten Sachen auch nicht mehr mit. Es ist zwar manchmal ein Kampf, aber ich denke es war der richtige Weg. Also ruhig Blut. Sei froh, dass ihr so früh wisst was los ist. Alles andere kommt dann von alleine und wenn er nicht aufs Gymi geht ist das auch kein Beinbruch. Meine Tochter (jetzt 4. Klasse) wechselt im Sommer (mit einem Notendurchschnitt von 2,0)an die Mittelschule. Sie wollte sich den Stress am Gymi nicht antun. Auch gut, wir haben nur darauf bestanden, dass sie eine 2. Fremdsprache lernt, damit ihr der Weg zum Abi noch offen steht.
Ach ja, weißt du eigentlich, dass du mit einem ADS-Kind zur Mutter-Kind-Kur fahren kannst? Wenn du daran Interesse hast, kannst du dich gerne bei mir melden.Ich arbeite als Kurberaterin (www.mutterkindkur.cabanova.de)
Schau mal hier:www.mehr-vom-tag.de. Da bekommst du auch noch mehr Infos zu Concerta.
Liebe Grüße
Jutta

Hallo Jutta! Das mit dem Unterfordert haben der Kinderarzt und die Ergotherapeutin auch bei Tim erst gedacht(sie schwört auch heute noch drauf.)Vielleicht stimmt das je z.t.auch, wenn die Konzentrations-und Tempoproblematik mal gelöst ist. Allerdings kann ich gerne auf eine „Hochbegabung“ verzichten,da gibt es dann gleich wieder genug neue Probleme. Für den Tipp mit der Mutter-Kind-Kur erstmal vielen Dank, aber im Moment passt sowas garnicht in unseren Ablauf.Ich habe einen 400 Euro-Job(2xin der Woche,abends)den ich gerne behalten möchte. Körperlich macht sich der Streß jetzt nicht so arg bei mir bemerkbar, das Kur sein müßte. Ich denke es würde nur für Tim was bringen, wenn die ganze Familie zusammen eine Familien-Therapie dort machen könnte. Was das Gymi angeht, sehe ich das sowieso ganz easy.Wir haben beide kein Abi(mein Mann wegen der Schulleistungen-heute Verdacht auf ADS und Lese-Rechtschreibschwäche, ich-einfach zu faul) und wenn Tim mal in Handwerklich/Technische Richtung gehen will, braucht er nicht unbedingt ein Abi dazu.Im Moment möchte er gerne Müller werden,allerdings mit eigenem Feld und Traktor und Mähdrescher und so! Na zum Glück kann sich das ja noch ändern! Mit den Fremdsprachen hat er es anscheinend nicht so arg. Er lernt ja schon seit der 1.Klasse Französisch. Leider können wir ihn da auch sehr wenig unterstützend da wir beide die Sprache nicht im geringsten können.Ich kann heute nicht mal sagen, ob er sich die Aussprache der Wörter von der Schule richtig gemerkt hat.Sehr ungünstig für Kinder die sowieso nicht alles auf anhieb mitkriegen. Wir können nur abwarten, wie es damit in den beiden nächsten Jahren weitergeht, wenn es dann ums lesen und schreiben geht.Werden nach der Diagnose ADS eigentlich später noch Tests wiederholt oder neue gemacht? Die Ergotherapeutin meint ja das der Intelligenztest eher unter Tims Niveau ausgefallen sein müßte.Möglicherweise sieht der Test,wenn die Medis was bringen, ja doch anders aus und er brauch ganz andere Fördermöglichkeiten (so es die überhaupt gibt).
Die Internetseite werde ich mir mal in Ruhe anschauen, aber jetzt muß ich erst mal was im Haushalt schaffen.
Gruß Steffi

Hallo Steffi,
du kannst die Tests jederzeit wiederholen lassen, wenn du denkst, dass sie nicht richtig ausgewertet wurden (warum auch immer) oder wenn du denkst, es hat sich was verändert.
Wenn wirklich eine Hochbegabung vorliegt, sollte diese auch gezielt unterstützt werden.
Wo wohnt ihr denn, dass er schon ab der 1. Klasse Französisch lernt. Ist auf der einen Seite gut, aber wie du schon gesagt hast, wenn jemand nicht ganz problemlos mitkomt, gibt das natürlich unnötige Probleme.
Die erste Framdsprache hat Felix überhaupt keine Probleme bereitet, aber mit Latein sieht es jetzt schon anders aus.

Liebe Grüße
Jutta
Hi :-), ich war lange nicht in diesem forum und es gibt ne menge neue beiträge, die ich mit interesse gelesen habe. ich frage mich, wieso ich nicht schon von selbst darauf gekommen bin, mal nach einer kur zu fragen, morgen habe ich einen kinderarzttermin mit meinem sohn (12 jahre, er nimmt seit einem 3/4 jahr medikinet) und ich werde dieses thema auf jeden fall anschneiden. gibt es etwa spezielle häuser, die nur auf ads und z.b. hyperaktivität abgstimmt sind? bis zu wie viel jahren kann ich ihn begleiten (und werde ich seine schwester, 15 jahre, auch mitnehmen können?). ich glaube, mein sohn steht unter ziemlich großem druck und das wäre sicher mal eine gute sache für ihn, danke für diesen gedankenanstoß …. lg fhanni

Hallo fhanni,
schön, dass du mal wieder reinschaust. Hm, deine fragen sind so einfach nicht zu beantrworten. Also, wenn die Kur nur für das ADS deines Sohnes sien soll, müsstest du eine Kinder-Reha beantragen. In seinem Alter ist es aber recht schwierig, den KK begreiflich zu machen, dass du ihn begleiten möchtest. In der Südstrandklinik Fehmarn machen sie Kinder-Rehas bis zum Alter von 14 Jahres grundsätzlich nur in Begleitung einer Begleitperson. Diese KLinik ist nur ein Beispiel. Es gibt zahlreiche KLiniken, die sich mittlerweile mit dem Thema AD(H)S befassen.
Solltest du auch Kurbedürftig sein, kannst du eine Mutter-Kind-Kur beantragen. Dein Sohn könnte dann, als ebenfalls kurbedürftiger Patient, auch Behandlungen erhalten. Hier stehst du allerdings im Vordergrund. Grundsätzlich sind MUKI-Kuren für Mütter mit Kinder bis 12 Jahre. Es kommt aber auch die Kurklinik an. Es gibt Kliniken, die nehmen auch noch Kids mit 14 Jahren auf. Die 15jährige Schwester mitzunehmen dürfte zum Problem werden, sofern sie nicht selbst kurbedürftig ist.
Ich hoffe, ich konnte dir erst mal helfen.
Liebe Grüße
Jutta
Hallo habe deinen Beitrag gelesen würde sagen kommt ganz auf das Kind an wir sind mit Concerta nicht zurecht gekommen
Hallo teppichratte! Kannst Du mir kurz berichten, wie es bei Euch gelaufen ist? Vielleicht können wir uns dann ja auch rechtzeitig auf ein paar Probleme einstellen. Wäre echt eine Hilfe!
Gruß Steffi

Hallo an alle! Jetzt war ich schon seit Monaten nicht hier im Forum, war einfach zeitmässig ins Hintertreffen geraten. Ich möchte auch nur kurz berichten, wie es uns inzwischen ergangen ist.Tim bekommt ja seit dem Frühjahr Medis,nach einer einschleichenden Therapie mit Medikinet wurde er auf Concerta retard umgestellt. Wie sich jetzt zeigt, mit vollem Erfolg.Die Nebenwirkungen halten sich absolut in grenzen.Manchmal klagt er schon mal über Bauchweh und das er abends noch eine Weile wachliegt.Das kann aber alles auch andre Ursachen haben und hat auch keine größeren Ausmaße. Dafür sind aber seine Leistungen in der Schule sehr viel besser geworden. Besonders die Mathelehrerin kam aus dem Staunen nicht mehr heraus.Große Mathetests(2.Klsse,Dauer ca.45 min.)mit den Noten 1-2!!!Das Zeugnis zeigt natürlich auch noch die verbesserbaren Seiten,aber mit einer 2 in Mathe und einer 3 in Deutsch war vor den Medis absolut nicht zu rechnen! Besonders die Ergotherapeutin merkt den Unterschied zwischen Medi und medifreier Zeit(jetzt in den Sommerferien) sehr deutlich bei der Konzentrationstherapie. Wir sind jetzt sehr froh den Schritt in die Medikamentöse Behandlung getan zu haben.Vielleicht ist das eine Hilfe für andere Eltern, die wie wir damals, unschlüssig sind,ob Medis oder nicht. Jetzt freuen wir uns mit Tim auf das neue Schuljahr, das heute angefangen hat. Glaubt mir, das war lange Zeit ganz anders…

Gruß Steffi

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